Gefühle kommen und gehen

Aus aktuellem Anlass, nämlich einer sorgenreichen Zeit eines Herzmenschen, möchte ich eine Technik mit dir teilen, wie du deine Sorgen weder verdrängst, noch von ihnen deinen Alltag bestimmen lasst.

Ein Problem – viele Lösungen. (Atmen. Tränen wegwischen. Stift und Papier. Welche Möglichkeiten hast du? Welcher ist der nächste kleinste Schritt, den du tun kannst?) Zunächst existieren das Problem und deine damit verbundenen Emotionen. Die alleinige Existenz deines Schmerzes berechtigt dich, ihn fühlen zu dürfen. Emotionen wollen verarbeitet werden, Verdrängung führt sie nur ins Unterbewusstsein und bewässert deine bereits existierenden Dämonen oder pflanzt neue.

Das Gute ist: Du bist nicht dein Schmerz. Dein Schmerz mag sehr stark sein, sodass du den Eindruck hast, dass er dich verschlingt. Gib ihm ein paar Minuten. Ihm und deinen Gedanken, deinen Ängsten, deinem Zorn, deiner Trauer. Und dann beschließe (mithilfe eines Weckers, einer zweiten Person oder auch anderen Hilfsmitteln), dass andere Anteile von dir in den Vordergrund treten können, um dir zu helfen. Der oder die Hoffende, Liebende, Kämpfende. Du bist mehr als Schmerz. Du bist auch alles, was vorher war und was sein wird. Gib dir auch für diesen Cut Zeit. Je nach Intensität der Emotion kann es Anstrengung bedeuten, dich auf Aufgaben im Hier und Jetzt, auf den Sonnenschein, auf einen Hoffnungsschimmer, auf das Gute in deinem Leben zu konzentrieren und den Schmerz loszulassen. Das ist ok.

Akzeptiere die Gefühle und Gedanken, die eben in den Vordergrund getreten sind, als einen wichtigen Teil von dir und der Gegenwart. Genauso wichtig ist es nun, gut zu dir zu sein, deine Aufgaben zu erfüllen, den Kopf aus dem See aus Emotionen zu heben und zu atmen. Du kannst hierher zurückkommen, wenn es dich drängt. Und du kannst jederzeit gehen, wenn du musst.

Wer meditiert, dem kommt all das vielleicht daher etwas bekannt vor. Und ich kann Meditation in diesem Zusammenhang wärmstens empfehlen.

Je öfter du diese Methode anwendest um mit akuten psychischen Schmerzen umzugehen, desto geübter wirst du darin sein. Desto eher weißt du, welche Gedanken und Gefühle deinen Cut bestärken. Mir hilft diese Methode sehr, um im See nicht mehr zu ertrinken, sondern die Gewissheit zu haben, dass ich schwimmen kann, und hier wieder raus komme.

Bild: Model ich, Fotograf Detlev Janssen

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