Die Bedeutsamkeit der Selbsthilfe

Vor einigen Wochen schrieb ich für Mutmachleute e.V. einen Gastartikel (Klick!) über die Bedeutsamkeit der Selbsthilfe. In diesem Zusammenhang erzähle ich dir heute mehr über meine Erfahrungen und mein Engagement.

Ich entschied mich vor einigen Jahren dazu, zu einer Selbsthilfegruppe für Borderline Betroffene zu gehen und kam so das erste Mal bewusst mit diesem Begriff in Berührung. Doch eigentlich hatte ich schon sehr viel früher Berührungspunkte, nur ohne es wirklich zu wissen. Denn schon als Teenager suchte ich den Kontakt zu Menschen, die ähnliche Schwierigkeiten im Leben hatten, wie ich. So unterhielt ich mich über Depressionen, Essstörungen und SVV. Damals waren diese Unterhaltungen jedoch nur mäßig moderiert und haben mich das ein oder andere mal mehr getriggert, als dass ich vom selbstschädigenden Verhalten weg kam. Aber das ist auch heute in Gruppen so, in denen man sich nur selbst bemitleidet und wetteifert, wem es am schlechtesten geht. Eine aktive Gesprächsführung und Moderation ist Gold wert! Aus dem Grund hatte ich dann auch selbst die Moderation der Selbsthilfegruppe übernommen, die ihren Leiter verloren hatte. Ich nahm an Kursen teil, die mich zur Leitung von Selbsthilfegruppen als auch zur Ausbildung von neuen Leitungen befähigt.

Die Hilfe, die Menschen sich über Selbsthilfe-Angebote zukommen lassen können, hatte ich früher unterschätzt, und vielleicht geht es dir auch so, wenn du noch nie an einer Gruppe teilgenommen hast oder noch nicht „deine“ gefunden hast. Mich beflügelte die ehrenamtliche Arbeit sehr. Mir liegt es, meinem Gegenüber aktiv zuzuhören und mit ihm gemeinsam Licht auf blinde Flecken zu werfen und meine Erfahrungen weiterzugeben. So begann ich recht schnell darüber nachzudenken, diese Fähigkeiten beruflich zu nutzen und assistierte einer Heilpraktikerin bei einem Projekt für arbeitslose Borderline-Betroffene im Jobcenter. Und ich begann im Rahmen ihres Netzwerks Blogartikel zu verfassen. Mein Engagement wurde hoch geschätzt, aber ich hatte meine Schwierigkeiten, alles unter einen Hut zu bekommen, und die Hoffnungen, die mir auf eine vergütete Tätigkeit gemacht wurden, liefen ins Leere.

Heute beschränkt sich meine Arbeit in der Selbsthilfe auf Aufklärung – hier, auf Instagram und auf Gelegenheiten, wie diese. Ich freue mich auf weitere – vielleicht verwirkliche ich ja doch noch meine „Spinnereien“ von Seminaren, Workshops oder gar einem Buch? We will see. Auf jeden Fall werde ich nicht damit aufhören, solange Betroffene und Angehörige davon profitieren – so wie ich. Und wenn du ein Leser bist, der genau dazu mit mir in Kontakt treten will – worauf wartest du? 🙂

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