Selbstfürsorgliche Gewohnheiten

Mein Leben lebt sich zufriedener und weniger durchzogen von Zuständen der inneren Leere, Antriebslosigkeit oder hohen Anspannung, wenn ich mir einige Handlungen mehr oder weniger zur Gewohnheit in meinem Alltag mache. Diese selbstfürsorglichen Gewohnheiten haben sich im Laufe meiner Therapieerfahrungen gebildet und sind vor allem aus zwei Zielen entsprungen: 1. Gefühle wahrnehmen und auf Bedürfnisse reagieren können, 2. Stress abbauen. Wer dafür einen Oberbegriff finden möchte landet zum Beispiel beim Thema Achtsamkeit. Beide Ziele erreiche ich nur schwer in meinem Alltag, wenn ich mich nicht immer wieder bewusst an diese erinnere und direkt eine Anleitung zur Hand habe. Das hat mich sehr belastet und zugegebenermaßen irgendwann maßlos genervt. Denn kaum hatte ich eine Phase, in der ich achtsamer lebte, war sie auch schon wieder vorbei – und dann fand ich nicht von selbst wieder einen Zugang zu meinen Gefühlen und zur Entspannung. Ich brauchte also ein paar Anker, die eine Konstante möglich machen.

An dieser Stelle könntest du dir die Frage stellen: Welche Gefühle oder Zustände möchte ich für mich vermehren? Und dann frage dich, 1. was dir in der Vergangenheit geholfen hat das zu erreichen, und 2. welche Handlungen du grade dann aufnimmst, wenn du entsprechende Gefühle hast. Sammle, brainstorme und konzentriere dich anschließend auf 5-10 dieser Punkte.

Mein aufgenommenes System sieht folgendermaßen aus: In meiner Kalender Wochenübersicht hat die Selbstfürsorge einen eigenen kleinen Bereich in Form einer Tabelle. Es gibt eine Spalte für jeden Wochentag, in den ein Häkchen passt. Und es gibt eine Zeile für jede Handlung/Gewohnheit. Ich werfe ein paar mal am Tag einen Blick auf diesen Bereich und kann schnell feststellen, ob ich heute etwas nachlässig mit meine Selbstfürsorge bin, oder was sich heute noch für mich als besonders nützlich herausstellen könnte. In der Bullet Journal Szene läuft das unter dem Begriff „Habit Tracker“. Nach ein paar Tagen werden die Häkchen mehr, und es wird einfacher, die Handlungen zur Gewohnheit zu machen, bis es nach ein paar Wochen kaum mehr nötig ist, den Blick in den Kalender zu werfen, um zu wissen, was mir jetzt gut täte.

Meine Liste beinhaltet zum einen die Aktivierung und Nutzung meines Körpers, um mich in ihm wohl und lebendig zu fühlen (morgendliches Dehnen, singen und tanzen), bewusste Wahrnehmung meiner Gefühle, Ängste und Bedürfnisse (morgens, mittags, abends), Meditation/Imagination vor dem Schlaf und Formen der Entschleunigung (morgens langsam Licht reinlassen, eingeschränkte Smartphone Nutzung, lesen und Naturkontakt).

Die Handlungen solltest du niemals dogmatisch betrachten. Erscheinen sie dir wie eine Last, und du fühlst dich auch danach nicht so, wie du es dir erhofft hattest, lass sie los. Es kann auch sein, dass dir einiges zunächst dienlich ist, und nach Wochen, Monaten oder Jahren nicht mehr. Es ist grunsätzlich sinnvoll, in regelmäßigen Intervallen den eigenen Lebensstil zu hinterfragen und zu überprüfen, ob er den Zielen und Wünschen dienlich ist. Künstliches Festbeißen an z.B. täglichem Sport, wenn du dann aber keine Zeit oder Kraft für deine wahren Prioritäten hast, dient dir nicht. You know?

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