Berufliche Rehabilitation: Realistische Ziele finden

Menschen können aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten bzw. haben Mühe, den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden, nachdem sie längere Zeit arbeitsunfähig waren. Als ich über ein Jahr arbeitsunfähig war habe ich mithilfe von unterschiedlichen Therapien dafür gesorgt, gesundheitlich wieder Stabilität zu erlangen. Dann war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich wieder eine Perspektive für mein weiteres Leben entwickeln und erste Schritte zurück in die Arbeitswelt gehen wollte. Stellte sich nur die Frage: Wie?

Für Menschen wie mich gibt es die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die beim Arbeitsamt beantragt werden können. Diese Leistungen umfassen ganz unterschiedliche Maßnahmen, die allesamt darauf abzielen, dass der Mensch am Ende einer Tätigkeit nachgeht, die seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Je nach gesundheitlichem Zustand kann auch eine medizinische Rehabilitation vorgeschaltet werden und entsprechend sinnvoll sein.

Meine berufliche Rehabilitation startete mit einem Gespräch. In diesem Gespräch lernte ich die Sachbearbeiterin kennen, die von nun an meine Ansprechpartnerin wurde. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich schon einige weniger angenehme Erfahrungen mit Sachbearbeitern gemacht hatte. Ich hatte eine ungeheure Angst davor, dass dieser Mensch mich in eine Maßnahme zwängen würde, die mich todunglücklich macht. Es kam ganz anders. Denn die Menschen, die bei der beruflichen Rehabilitation beratend und administrativ tätig sind, möchten einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglichen. Weder das Arbeitsamt, noch die Rentenversicherung (die üblichen Kostenträger) hat Interesse daran, dass wir wieder arbeitslos werden oder früher in Rente gehen.

Zunächst lernte ich also meine Sachbearbeiterin kennen, die sehr feinfühlig und interessiert an meinen Schwierigkeiten als auch meinen Wünschen war. In einer psychologischen Untersuchung wurden meine kognitiven Fähigkeiten (einwandfrei) und meine Belastbarkeit (sehr eingeschränkt) festgestellt. Damit fiel zunächst ins Wasser mich zur Genesungsbegleiterin ausbilden zu lassen, denn zu diesem Zeitpunkt wäre ich den Anforderungen nicht gewachsen gewesen. Auch eine Integrationsmaßnahme (im Regelfall in einem Berufstrainingszentrum stattfindend, der Orientierung und Erprobung in unterschiedlichen Berufsfeldern dienend) wäre verfrüht gewesen.

Ich begann stattdessen ein Berufs- und Gesundheitscoaching, das 4 Monate lang 2 mal pro Woche für 45 Minuten stattfand. In den ersten 4 Wochen forderten diese Termine meine Belastbarkeit stark heraus. Nach rund 3 Monaten fühlte ich mich den Terminen und meinem Alltag gewachsen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit zwei wundervollen Coaches eine Perspektive entwickelt und ich begann nach Praktikumsplätzen zu suchen. Ich scheiterte schon während der Suche, weil die Vision klarer wurde und mir aufzeigte, dass sie mit meinen aktuellen Einschränkungen nicht realisierbar ist. Das warf mich ganz schön zurück, aber ich erhielt die Möglichkeit, das Coaching zu verlängern. Wir sammelten meine neusten Erkenntnisse und alle Vorstellungen, die ich beruflich habe. Tatsächlich hatte dieser unheimlich wichtige Schritt zur Folge, dass ich meine Schwierigkeiten direkt beachtete und eine Perspektive entwickelte, die mir immer noch Kraft und Mut schenkt. Ich begann also realistisch zu träumen und wurde zunehmend sicherer und glücklicher. Was brauche ich in meinem Leben und in meinem Alltag? Wie würde mein bestes Leben aussehen? Was kann ich tun, um es heute bereits zu leben? Am Ende des Coachings hatte ich mir einen Alltag geschaffen, in dem ich stabil, für meine Begriffe belastbar und zufrieden bin. Ich bin extrem dankbar dafür, dass ich die Chance hatte, mich und meine Bedürfnisse so gut kennen zu lernen. In meinen Augen eine Chance, die jeder Mensch verdient hat und nutzen sollte.

Was tue ich, seitdem ich meine Vision zum Leben erwecke? Ich habe mir einen Überblick geschaffen, welche Schritte ich gehen muss. Ich habe eruiert, welche Hilfen ich benötige. Ich habe bereits mein erstes Seminar zur Weiterbildung hinter mir. Ich habe mir einen geeigneten Arbeitsplatz in meiner Wohnung geschaffen. Ich habe mich zum Thema Existenzgründung schlau gemacht und bereite diese jeden Tag vor. Ich nutze bereits Tools und führe täglich Arbeitsschritte aus, die für meine Tätigkeit essenziell sind. Und in wenigen Tagen beginnt mein Gründercoaching, um die letzten vorbereitenden Schritte zur Gründung meines eigenen kleinen Unternehmens erfolgreich zu gehen.

Ich freue mich riesig auf’s Weblektorat!

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